Mit einer eindrucksvollen Neuinterpretation von Georg Büchners „Woyzeck“ hat die Theater-AG des Vikilu das Publikum beim diesjährigen Theaterfestival „Das Gelbe vom Ei“ im Hamelner Theater begeistert. Unter der Leitung von Marc Ende und Henry Solf präsentierte das Ensemble die Inszenierung „Alle sind Woyzeck“, die durch ihre experimentelle Form und ihre intensive Ensemblearbeit überzeugte.
Im Mittelpunkt der Aufführung stand die Frage nach individueller Verantwortung in einer Welt, die Menschen zunehmend zu Objekten gesellschaftlicher Mechanismen werden lässt. Durch wechselnde Rollen, parallele Spielsituationen und choreografische Elemente entstand eine Inszenierung, die bekannte Sehgewohnheiten bewusst aufbrach und neue Perspektiven auf Büchners Dramenfragment eröffnete. Dabei trugen alle Ensemblemitglieder die Aufführung gemeinsam – ganz im Sinne des Titels „Alle sind Woyzeck“.
Das Festival bot den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus zahlreiche Workshops mit professionellen Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen. In den Bereichen Tanz, Poetry Slam, Stimme, Bewegung und Figurenspiel konnten sie neue Ausdrucksformen kennenlernen und wertvolle Impulse für ihre eigene Theaterarbeit mitnehmen.
Besonders erfreulich ist, dass die Dewezet nach längerer Zeit wieder eine Aufführung einer Theater-AG des Vikilu ausführlich besprochen hat. In seiner Rezension hebt Richard Peter insbesondere hervor, dass die Inszenierung neue theatrale Ausdrucksformen erprobe und das Ensemble diese konsequent gemeinsam trage. Diese Einschätzung deckt sich mit dem künstlerischen Anspruch der Aufführung, traditionelle Figurenkonzepte bewusst zu verlassen und Büchners Drama als gemeinschaftliches Spiel erfahrbar zu machen. So beschreibt Peter die Inszenierung als „ein Gemeinschaftswerk, das sich auf neue Formen einlässt – kreatives Neuland begeht“ (Richard Peter, Dewezet, 22. Juni 2026).
Die positive Resonanz des Publikums und die Anerkennung durch die regionale Presse sind für das Ensemble eine schöne Bestätigung monatelanger engagierter Probenarbeit. Die Theater-AG bedankt sich herzlich bei allen Mitwirkenden, Unterstützerinnen und Unterstützern sowie dem Hamelner Theater und vor allem Theresa Blessing für ein inspirierendes Festivalwochenende.
Marc Ende und Henry Solf




