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Julius (Abitur 2019)

Spaß. Jede Menge Spaß und Freudentränen. 

Das Vikilu war für mich immer ein Ort der Freude. Wo ich sein konnte, wer ich war. Dabei prägte diese Schule maßgeblich meinen späteren beruflichen Werdegang als Synchronsprecher und Musiker und zeigte mir auf, dass meine Stärken in der Musik und im Entertainment liegen und weniger in Mathe und Physik. Ich war die meiste Zeit in beinahe allen Musik-AGs, Rockband, Orchester, Big Band. Auf den Schulkonzerten habe ich jedes Jahr eine große Chance bekommen, mich und meine Talente zu präsentieren. Maßgeblich trugen Hans Martin Haas und Udo Melloh dazu bei, die mich bereits ein Jahr früher als eigentlich zugelassen in ihre AGs holten. 

Wir nahmen im Tonstudio in Detmold eine eigene CD auf, spielten sogar in Berlin auf Kongressen in ausgewählter Besetzung, auf dem Pflasterfest und weiteren tollen Veranstaltungen. Ich war lediglich ein durchschnittlicher Schüler, habe vor allem in wissenschaftlichen Fächern miserabel abgeschnitten. Ich erinnere mich noch, was mein Mathelehrer, Herr Lange, mir nach meiner Abi-Entlassung sagte. Dazu muss vorweggenommen werden, dass ich regelmäßig nicht im Unterricht anwesend war. Ich hatte Straßenmusik gemacht, um besser singen zu lernen und mein Taschengeld aufzubessern. Doch trotz meines nicht ganz korrekten Verhaltens war Herr Lange offensichtlich von meiner Musik begeistert, denn er sagte sinngemäß: ,,In diesem Leben wird es mit Mathe und Rechnen wohl nichts mehr, aber ich wünsche dir wirklich nur das Beste mit der Musik!“

Und tatsächlich spielte ich zwei Jahre später meinen bis dahin größten Auftritt in der SAP-Arena vor 12.000 Menschen. Heute darf ich für Audible Hörbücher einsprechen und viele Menschen mit meiner Stimme begeistern.

Es fällt mir tatsächlich schwer, in Worte zu fassen, wie sehr diese Schule mich geprägt hat. Aber ich weiß sicher, dass ich ohne das Viktoria-Luise-Gymnasium vermutlich als Angestellter in irgendeinem Büro sitzen würde. Das wäre für mich persönlich definitiv nichts gewesen. Im Nachhinein reflektiere ich immer wieder, dass das Vikilu die Initialzündung für meine Selbstständigkeit, für meinen Mut und den Glauben an mich selbst und meine Talente im Entertainment war und ist. Dafür werde ich der Schule auf ewig dankbar sein, vor allem dem zu meiner Zeit praktizierenden Schulleiter Herrn Dr. Glaubitz, der mich in meiner zweijährigen Zeit als Schülersprecher ebenfalls immer wieder unterstützte. 

Auch auf der 200-Jahr-Feier der Schule, im Jahr 2024, durfte ich Dank Frau Kappes einen Musikbeitrag präsentieren. Das hat mich sehr berührt und in tolle Zeiten zurückversetzt. 

Danke an alle tollen Menschen, die mir diese unvergessliche Schulzeit ermöglicht haben.

Das Vikilu ist für mich ein Inbegriff von Zusammenhalt, Stärke und Talentförderung. 

Julius Faehndrich (Abi Jahrgang 2019)